Tief ein oder ausatmen in der Kobra  – das ist die Frage!

Die solare / lunare Atemprägung und ihre große Auswirkung auf die Haltung.

 

 

 

 

 

Oben: Lunar= Einatmer                                                 Unten: Solar=Ausatmer

 

Seit Jahren geht es mir so, dass ich mit vielen Anweisungen von anderen Yogalehrern nicht klar komme. Der Fisch ist dabei zu meiner Problem-Stellung geworden. Während ich feststellen musste, dass viele wie ein Fisch im Wasser sich ausdehnen können und tief einatmen, ist genau das mir sehr schwer gefallen und ich merkte sogar trotz Kissen im Rücken, dass ich lieber tief ausatmen wollte und dann lange die Rückbeuge halten
konnte.

Auch als jahrelange Yogalehrerin und -ausbildnerin war es meinem scharfen Auge nicht entgangen, dass viele oft einen gepressten Atem hatten – ja sogar die Luft anhielten, und es unterschiedliche Atempräferenzen gab, was manchmal sogar in Diskussionen endete. Soll ich nun verstärkt ein- oder ausatmen im Hund oder der Vorwärtsbeuge? Es gab viele Meinungen dafür und dagegen, bis irgendwann das Zauberwort „Spürgenauigkeit“ entworfen war. Endlich konnten alle Aufatmen – ab jetzt durfte man sich individuell in der Asana-Haltung recken und strecken und frei atmen!

Als mir dann vor ca. 2 Jahren von dem Buch: „Yoga und Atemtypen“ von Anna Trökes und Margarete Seid erzählt wurde, war dies wie eine Offenbarung für mich! Da war sie nun, die Erklärung für sämtliche Fragezeichen in meinem Kopf: „Ach so – ich bin eine Ausatmerin“!

Dieses Konzept, entdeckt von dem Musiker Erich Wilk (1915-2000), geht von der kosmischen Beobachtung aus, dass es 2 Atem- bzw. Konstitutionstypen gibt:

Den ,,lunaren“ Atemtyp (= einatem-betonter Typ) und
Der ,,solare“ Atemtyp (= ausatem-betonter Typ)

Das heisst konkret, die Atem- und Haltungsmuster für Aus- und Einatmen sind vollkommen verschieden! Als Folge davon unterscheiden sie sich auch im Körperschwerpunkt, Motorik und Stoffwechsel, und das nicht nur in den Asanas, sondern auch im Stehen, Gehen und Sitzen. Auf eine aktive Phase, z. B. das Einatmen, folgt immer eine zweite Phase, die passiv lösend ist – das ergibt eine Schwingungsdynamik im Körper von Kopf bis Fuss.

Ein kleines Beispiel für den Meditationssitz:
• Die Einatmer sitzen gerne mit Schwerpunkt hinten (hinter den Sitzbeinhöckern), als wäre der Hinterkopf leicht angelehnt, unterer Rücken leicht rund, Kinn leicht gehoben.
• Die Ausatmer sitzen gerne mit Schwerpunkt vorne (vor den Sitzbeinhöckern), als wäre die Stirn angelehnt, unterer Rücken gerade, Kinn sinkt leicht nach unten

Und nun zum Yoga:
Bei den Yogaübungen atmet der aktive Einatmer (lunar) immer aktiv ein, während er in eine „anstrengende“ Übung hineingeht – die Ausatmung geschieht passiv ausströmend. Die Einatmen lieben es sich aufzuspannen, entgegen der Schwerkraft. Aktivier Dehnungsraum ist der Brustkorb, passiv bleibt das Becken!

Ganz im Gegensatz dazu der aktive Ausatmer (solar): Er atmet während der „anstrengenden“ Phase aktiv und lange aus, und lässt die Luft von selbst einströmen ohne Kraftaufwand. Er läßt einatmen! Auf diese Weise atmet er sogar bei anstrengenden Rückbeugen! Die Ausatmen lieben es ihren Schwerpunkt vorne zu haben, in den Boden zu sinken. Aktiver Dehnungsraum ist das Becken, Brustkorb ist passiv.

Die Atemtypen solar/lunar sind keine neue Atemlehre – nein es ist eher ein Ausrichtungsprinzip und ergänzt wunderbar die Yogapraxis. Tatsache ist, sie stellen einige Überzeugungen auf den Kopf!

Das Ziel ist eine individuelle Anpassung in den Asanas gemäß eines frei fliessenden Atems. Die Asana ist dann viel leichter und anstrengungsloser zu halten – die Energie fließt müheloser, was sofort spürbar ist. Das kann auch schon mal ein richtiges A-ha Erlebnis auslösen!

Denn: Angemessen ist das was unseren Körper frei und spannkräftig durchströmen lässt!

 

Für alle die mehr wissen möchten, habe ich hier ein umfangreiches Script zusammengestellt:

>Hier PDF Atemtypen öffnen !

 

ZUM SEMINAR: Die bipolare Atemdynamik

Termin: 22.03.-24.03.2019
Wo: Seminarhaus Shanti in Bad Meinberg
Beginn: Freitag 19.30-21.30
Ende: Sonntag: ca. 15 Uhr
Seminarleiterinnen: Bärbel Ellmer und Marion Hofmann (beide über 15 Jahre Yogalehrerinnen und -therapeuten)
Preis: 230 Euro fürs Seminar > bei Marion buchen per Email: info@lebenskraft-hypnose.de

Unterkunft: Bei Yoga Vidya buchen, dieses Seminar angeben
(es ist ein Gast-Seminar im Haus Shanti)
(zu buchen unter: gastgruppen@yoga-vidya.de, www.seminarhaus-shanti.de)
Preise für die Unterkunft und Vollpension pro Übernachtung:
inkl. Halbpension – Zwei Hauptmahlzeiten
Beginnend mit Abendessen, endend mit Brunch. 100% Bio-Qualität.
· 30,25 Euro 4-Bett-Zimmer
· 38,75 Euro Doppelzimmer
· 54,50 Euro Einzelzimmer

 >Hier PDF zum SEMINAR öffnen!

Die ganzheitlichen Atemtypen sind eine Offenbarung für uns !

Bärbel und Marion haben bereits viele A-ha Erlebnisse gehabt und reichlich Erkenntnisse durch die Atemtyplehre für Ihre eigene gesunde Haltung und Asana-Praxis gewonnen. „Wir unterrichten seit 1,5 Jahren und erforschen weiter mit unseren Yogaschülern – mit verblüffenden Ergebnissen, dass die Atemtypdynamik absolut helfen kann und zutrifft.“

„Die gesamte Forschung auf diesem Gebiet ist als Erfahrungswissenschaft einzuordnen!“ (laut Dr. Christian Hagena – Dozent der Atemtyplehre)

Auf anschauliche, lebendige und fundierte Weise werden die Erkenntnisse der bipolaren Atemprägung in diesem Seminar vermittelt.

Unterrichtsinhalte des Seminars sind:

• Prägung der Atemdynamik nach dem Entdecker Erich Wilk auf den menschl. Organismus
• Überblick des Forschungsgebiet von Dr. Christian Hagena und Dr. Chalotte Hagena – Gründer der Terlusollogie
• Anatomische Grundlagen der Atemtypdynamik:
„lunaren“ Atemtyp (= einatem-betonter Typ) und
,,solare“ Atemtyp (= ausatem-betonter Typ)
• Dehnungs- und Verrenungsräume der solaren/lunaren Atmer
• Das solare Ausatmer / lunarer Einatmer Prinzip: eigenen Möglichkeiten und Reserven für Asanas kennenlernen
• Haltungsprinzipien für den Alltag kennenlernen (Gehen, Schlafen, Sitzen)
• Du lernst die innere Bewegung deines Atems für deine äußere Beweglichkeit zu nutzen und bewusst in das Wechselspiel von Anspannung und
Entspannung zu gehen
• Erlebe wie durch diesen differenzierten Ansatz deine Yogapraxis und die Atemübungen eine neue Qualität bekommen
• Umgang mit eingefahrenen Bewegungsmustern
• Anpassungsbeispiele für das Pranayama
• Anwendungsbeispiele für den praktischen Yoga-Unterricht (für Yogalehrer)

Buchtipp:
– Yoga und Atemtypen von Anna Trökes und Margarete Seyd
– Grundlagen der Terlusollogie von Christian Hagena
– Die Atemtyplehre von Christian Hagena